Und so war der Färbekurs

Kurz gesagt: Großartig! Ein wahres Farbfest und eine Freude. Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter, denn es blieb trocken, war aber nicht zu heiß und wir konnten den ganzen Tag im Freien verbringen.

Aber von vorn: Alles begann damit, dass mich das Wolle-Färben zwar schon interessierte aber vor allem der fehlende Garten bisher davon abhielt, das auch durch zu ziehen. Immerhin bot Chanti dann den Kurs an, und ich buchte letztes Jahr kurzer Hand den Platz. Konnte ja niemand ahnen, dass ich inzwischen FiberClub Mitglied bin und jeden Monat zum Spinntreff fahre und im letzten halben Jahr so wahnsinnig viel Wolle gekauft hatte, dass es mindestens für 2 Jahre ausreichend Spinnfutter gibt.

Immerhin wollte ich nun noch einen Schritt zurück und auch mal selbst Färben. Und das haben wir dann getan.

Morgens musste ich leider noch mit dem Hund zum Tierarzt, weil immer wenn ich was vorhabe passiert sowas. Und da letzte Woche auch mein Auto kaputt ging, und ich somit auf die Leihgabe meiner Mom angewiesen war, war dies natürlich eine ziemliche Gurkerei. Nun, ich bin dann zum Glück nur eine halbe Stunde nach Kursbeginn eingetroffen und habe im Grunde nur den Beginn mit der Säure verpasst.

Chanti hat dann einen Probestrang gezeigt, also von der Überlegung, welche Farben wie gemischt werden sollten und so weiter, das Mischungsverhältnis der einzelnen Töne, das Einarbeiten der Farben auf dem Kammzug und das Wickeln in die Folie.

Fixiert wurde mit Wasserdampf. Und dann ging es auch schon los. Jeder durfte selbst ran, von der Idee über das Anmischen bis hinzum Einarbeiten stand Chanti uns zwar zur Seite, aber so grundsätzlich machte jeder, was er gerne wollte.

Ich habe meinen Plkan umgesetzt und erstmal einen Lilaton angemischt aus Luvotex Farben für 300g Fasern( je 100g Seide, Alpaka und süddeutsch Merino) 0,9 g rot und 0,6 g blaues Farbpulver und dann halt mit der Säure versetzt und jeweils 100ml auf die einzelnen Fasern verteilt- eins ist klar Alpaka nimmt die Farbe superschnell an und es ist überhaupt nicht schwer, die Farblösung zu verteilen. Bei der Merino bedeutet das gleiche schon viel mehr Hand-/Massagearbeit, aber Seide ist die wahre Hölle in Tüten. Seide saugt die Flüssigkeit sofort weg und die Farbe bleibt quasi punktuell genau dort, wo man sie aufgetragen hat. Es war kaum möglich, die Seide dazu zu bewegen, die Farbe einfach ein wenig weiter zu verteilen. Am Ende gab ich es auf und mich mit dem unterschiedlichen Lilatönen in der Seide zufrieden. Da ich vorhabe alle 3 Faserarten noch zu kardieren, wird dass dann ganz leichte Abweichungen im fertigen Garn geben, die hoffentlich doch ein einfarbiges Lila ergeben. Ich habe vor aus den 300g dann einen kurzarmpulli zu stricken. Dazu verarbeit ich dann den 100g Merino/Tencel Kammzug an den Kanten in Türkis und grau. Türkis und grau (halb und halb) habe ich auch noch Seide und Merino gefärbt. Diese finde ich schön edel und sehr gelungen. Auch hier konnte ich die Seide nicht dazu bewegen, die Farben gleichmäßig weiter zu geben, aber auch hier hoffe ich auf schöne Effekte im fertigen Garn.

Dann habe ich 200g Alpaka in blau und lachs (eigentlich war ein rot geplant, aber gut), im Übergang sind die Farben (gewollt) ineinander gelaufen und haben wieder ein lila ergeben. Das soll ein Tuch werden.

 

Zuletzt habe ich noch experimentiert und auf je 100g Alpaka und Seide die 4 Töne blau, türkis, pink und lila getupft. Leider war ich die letzte und den Alpaka Strang haben wir dann in der Mikrowelle fixiert. Das mochte das Alpaka gar nicht und ist reichlich angefilzt. Aber auch die Seide sieht ein wenig mitgenommen aus, ich nehme an, vom zu starken auswringen. Ich kann mir auch vorstellen, dass das Wasser einfach zu kalt geworden war, in das die Kammzüge eingelegt waren, und der Schock vom kalten ins heiße Wasserdampf-Fixierungsbad einfach etwas viel war.

Ich mag jedenfalls meine Kammzüge auch wenn ich insgesamt sehr unbungt gefärbt habe. Aber ich wollte ja konkrete Projektgrößen Färben, da nützt mir bei 1kg Fasern nicht viel, wenn alles wild bunt gewesen wäre.

100g Kammzüge bekomme ich noch genügend von/ für die FiberClubs und da werde ich dann kleinere Projekte zaubern, aber dieses Kilogramm selbstgefärbter Kammzüge hat mir gezeigt, dass durchaus Kreativität in mir steckt.

Vielen Dank an Chantimanou und die anderen Kursmitglieder, es war ein tollter Tag.

(Bilder werden nachgereicht, ich komme einfach nicht zum Bearbeiten)

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